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Webtipps

Beiträge: 81

1

Donnerstag, 12. Mai 2005, 21:20

The Smiths - Meat is Murder

The Smiths - Meat is Murder


Warner Music UK 1985


Tracklist:

1. The Headmaster Ritual
2. Rusholme Ruffians
3. I want the one I can't have
4. What she said
5. That joke isn't funny anymore
6. How soon is now?
7. Nowhere fast
8. Well I wonder
9. Babarism begins at Home
10. Meat is Murder

Dieses Album, geprägt durch die teils drückende, teil fordernde Stimme von Morrissey, ist eines meiner absoluten Favoriten. Besonderes Augenmerk fällt auf das Gitarrenspiel Johnny Marrs, welches aber in einigen Lieder von Morrisseys Stimme leider zu wenig Platz eingeräumt bekommt. Aber das wird die Freude am Hören kaum schmälern.

Das erste Lied trägt den klangvollen Namen „The Headmaster Ritual“ und dieses hält auch, was man sich von einem Smiths-Album in textlicher Hinsicht verspricht: Einiges an depressiven Lyrics.
Rein musikalisch und stimmlich lässt das Lied, ganz Smiths-typisch, eigentlich keine Vermutung auf eben dieses zu, doch beim näheren Hinhören wird man eines besseren belehrt:
Leicht pathetische Kritik an Schule, Erziehung und Jugend hat dieses Stück zum Thema. Dabei holt Morrissey zum verbalen Rundumschlag aus und es ist kaum klar, wen er bevor er sich zum Textschreiben hinsetzte, eigentlich im Visier hatte. Die Schüler, welcher er als „belligherent ghouls“(zu deutsch: aggressive Menschen mit grausamen Gelüsten) oder auch „spineless swines“ (rückratlose Schweine) betitelt, oder die Lehrerschaft, welche eifersüchtig auf die Jugend schikaniert und seit 1902 die selben, alten Witze reißt. Das ganze natürlich verpackt in eine mitleidheischende Geschichte, die eben diese Beschimpfungen wie nebenbei eingeworfen und rein gar nicht stumpf erscheinen lässt.

Zweites Stück, fröhliches Intro mit netten Akustik-Gitarren und einem hüpfend-fröhlichen Bass, das Schlagzeug hält sich angenehm unaufdringlich nett im Hintergrund, herrlich.
Ein ebenso netter und durchdachter Text macht „Rusholme Ruffians“ zu dem was es ist:
Einem durch und durch netten Lied, ohne Plattitüden, aber mit wenig musikalisch Überraschendem.

„I want the one I can’t have“ ist beinahe der Favorit auf diesem Album. Es beginnt mit Hubschraubergeräuschen, zumindest indentifiziere ich es als das.
Von enttäuschter Liebe und den Reichsten der Armen singt Morrissey eindringlich, die Stimme ist schon fast ein wenig penetrant, wie sie immer und immer wieder „I want the one I can’t have and it’s driving me mad“ singt.
Wie immer ein lyrisches Meisterstück für Interpretationsfreudige (und Englisch-Kundige).
Marrs Gitarre bekommt ihren Platz eingeräumt und dudelt einen fröhlichen Surf-Riff zwischendurch, welcher mal wieder über das schwermütige Thema hinwegtäuscht.

„That joke isn’t funny anymore“ überzeugt und gefällt vor allem durch die Zeile „I’ve seen this happen in other people’s lives and now it’s happening in mine“.
Musikalisch eines der wenigen Stücke, die den Text unterstützen.

„How soon is now“ dürfte auch den Bravo-Lesern bekannt sein, zumal es in der Charmed-Vorschau im Hintergrund gespielt wird. (Allerdings als grottenschlechte Coverversion)
Textlich nichts für Suizidgefährdete (“...and you go home and you cry and you want to die…” ; “see I’ve already waited too long and all my hope is gone.”) und Ungeduldige.

Ganz besonders erwähnenswert sind noch die Stücke „Well I wonder“ und „Meat is Murder“.
Ersteres ist wunderbar ruhig und eingängig, Ein verzweifelter Hilferuf, den Morrissey nicht durch wirkliches Schreien, wie einige Zeitgenossen es für nötig halten, um vermeintlich großen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, ausführt. Beste Textzeile hieraus: „Gasping, dying, but somehow still alive. This is the fierce last stand of all I am“ (zu deutsch: „Keuchend, sterbend, aber irgendwie immer noch am Leben. Dies ist das wilde letzte Bisschen von allem, was ich bin.“)
„Meat is Murder“ würde ich persönlich als sehr deprimierend bezeichnen. Es beginnt mit muhenden Kühen, mähenden Schafe untermalt von Kreissägen-ähnlichen Geräuschen, die auf die nahende Zweiteilung der Tiere schließen lässt. Vor meinem inneren Auge spielt sich jedes Mal eine recht blutige Szenerie ab.
Dann setzt die Musik ein. Morrisseys anklagende Stimme und, was soll ich sagen, wäre ich nicht sowieso schon Vegetarierin gewesen, dann wäre ich es wegen dieses Liedes geworden.

Alles in allem sind die Smiths auch auf diesem Album wieder der textlich-deprimierte Wolf im musikalisch-fröhlichen Schafspelz.
Muaikalisch macht Marr nicht sehr viel falsch, der übliche unaufdringliche, smithsche Gitarrensound. Überraschungen sind nicht viele dabei, aber das würde in den Stücken auch eher unangenehm auffallen, denn das wichtigste Element ist Morrisseys Stimme gepaart mit Texten, die ihresgleichen suchen.
Ich kann dieses Album jedem empfehlen, der wohlbekannte Themen einmal interessant dargstellt wissen will. Morrissey benutzt keine stumpfen Plattitüden, wie sie auf dem einen oder anderen (oder auch allen) Britney-Alben zu finden sind.
"So you see, I can't be wrong about everything... I can't be, it's impossible!"
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Toddy

Mitglied

Beiträge: 20

Wohnort: München

2

Donnerstag, 12. Mai 2005, 23:53

Danke für diese Hommage. Hat es dieses (Indie)Album doch geschafft, als erstes Unabhängiges Nr.1 in UK zu werden.
Aber (deswegen):
Das Album ist original auf Rough Trade (Indie) erschienen und nicht auf Warner, und "How Soon Is Now" war auf der Original-Pressung (hab ich nämlich) auch nicht drauf. (war auf der "Hatful Of Hollow"). Klugscheißerei, I know, aber wat mutt dat mutt... :lol:
das gegenteil von gut ist gut gemeint
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Beiträge: 88

Beruf: Ab Juli Zivi im Altersheim

3

Samstag, 14. Mai 2005, 18:10

Meat is murder ist auch definitiv eins meiner lieblingsalben wenn ich deprimiert bin, aber auch ansonste ist es cool.
gruß, martin
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