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Donnerstag, 12. Mai 2005, 19:25

Anathema - Alternative 4

Anathema - Alternative 4

1998 Peaceville Records

Trackliste:
[list]1. Shroud of False 1:36
2. Fragile Dreams 5:32
3. Empty 3:00
4. Lost Control 5:49
5. Re-connect 3:52
6. Inner Silence 3:08
7. Alternative 4 6:17
8. Regret 7:58
9. Feel 5:28
10. Destiny 2:13
[/list:u]


Bei diesem Album handelt es sich um mein Lieblingsalbum, daher möchte ich es euch einmal vorstellen. Der Stil dieses Albums ist schwer zu beschreiben, es sind Metaleinflüsse zu hören, aber die Band setzt hier auch klar auf Rock Einflüsse. Optimal zum Chillen, aber auch zum Mitrocken, zumindest einige Lieder. Auch die Lyrics sind sehr empfehlenswert.

Das erste Lied Shroud of false ist eigentlich eher ein Intro denn ein richtiges Lied, aber besonders wichtig sind dabei die Lyrics, welche schon das Grundmotiv des gesamten Albums vorstellen:

"We are just a moment in time,
A blink of an eye,
A dream for the blind,
Visions from a dying brain,
I hope you don't understand"


Danach geht es los, und zwar mit einem richtig genialen Lied, was auch mein Lieblingslied auf diesem Album und eines meiner Lieblingslieder allgemein ist: Fragile Dreams. Ein traumhaftes Intro mit traumhafter Melodie, dann die ruhigen Strophen und der rockige Refrain. Im Solo wird dann das Thema des Intros nochmal wiederholt. Göttlich.
Darauf folgt dann der nächste Hammer, nämlich Empty, wohl das eingängigste Lied dieses Albums und der Band überhaupt. Sehr rockig, guter Songtext, auf jeden Fall empfehlenswert.
Danach besinnt sich die Band und der Rockbogen des Albums fällt steil ab: Lost control ist ein Lied voller Sorge und Kummer, sehr langsam und zerbrechlich, aber dennoch sehr gut gemacht.
Nach diesem Lied kommt Re-connect, und der Titel ist Programm. Während man bei Lost control in Träumen versank, stellt man jetzt wieder Verbindung mit der Welt und dem Rock her. Geniale Drums in Verbindung mit den anderen Instrumenten und natürlich der Stimme des Sängers machen dieses Lied zu einem Erlebnis.
In der Mitte des Albums angekommen schickt die Band uns erneut auf Traumreise. Inner Silence, fast vollständig instrumental bis auf ein Stück Text in der Mitte, ist optimal zum Träumen. Trotz der Kürze tut der Text sein übriges und stimmt uns ernut nachdenklich. Am Ende steht ein fast hypnotisches Drum Outro, das uns in eine psychedelische Welt schickt.
Dies setzt auch der Titeltrack Alternative 4 mit dem Drum Intro fort. Hier finden wir, wie so oft auf dem Album, sehr experimentelle Musik wieder, besonders das Schlagzeug wirkt sehr innovativ und nimmt hier eigentlich die Hauptrolle ein, während die Gitarre nur begleitet, dies wirkt auf eine Weise verstörend, wie auch das gesamte Lied.
Danach gibt es jedoch wieder Balsam für die Ohren, mit Regret. Es fängt akustisch und ruhig an, man merkt jedoch bald, dass eine Art "Ruhe vor dem Sturm" Unterton vorherrscht, der sich auch später durchsetzt und das Lied wieder rockig werden lässt.
Dieser Rock wird auch fortgesetzt, in dem Lied Feel. Klar rockiger Start, später tritt eine leichte Beruhigung ein, und das Keyboard spielt eine orgelartige Melodie, die sehr gut begleitend wirkt. Auch hier tritt wieder ein gewisser Unterton auf, der zwischendurch immer anklingt, sich aber erst ab dem letzten Drittel des Liedes durchsetzt. Am Ende steht dann ein fulminantes Drum Outro in das letzte Lied.
Destiny, erneut kurz geraten, wirkt eher wie ein Ausklang des Albums, da es auch eher instrumental geprägt ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mir einfach das Wechselspiel zwischen hartem Rock und ruhigerem Gitarren Rock gefällt, das auf diesem Album exzellent funktioniert. Abgestimmt mit den Lyrics, die sich anathematypisch meistens um betrogenes Vertrauen, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Rachsucht oder Frust drehen, wirkt die Musik teils verstörend und beängstigend, teils aber auch einfach nur ruhig. Bei nur wenigen anderen Alben werden die Songinhalte so intensiv rübergebracht und von der Musik unterstützt. Man kann sich mit diesem Album auf eine Fahrt in die Abgründe der menschlichen Gefühle einlassen, wenn man das denn will. Die Stimme ist nicht sehr hart oder rock-typisch, sie wirkt fast zebrechlich, dadurch aber irgendwie auch wieder verstörend. Dazu kommt der Unterton, den man in vielen Liedern merkt, der einen nicht loslässt und einen an die Anlage fesselt.
Da ich Schlagzeuger bin, spielt das Schlagzeug für mich natürlich immer eine große Rolle bei Alben, und hier kommt man echt auf seine Kosten. Ganz neue Grooves und oft experimentelle Teile, die man so noch nie gehört hat.

Allen Fans von ruhigerer, etwas rockiger Musik sei dieses Meisterwerk ans Herz gelegt.[/list]
Du bist Herr deiner Worte, doch, einmal gesprochen, beherrschen sie dich.

Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen.
(Friedrich Schiller)

Die Höflichkeit ist insofern eine schwere Aufgabe, als dass sie verlangt, dass wir allen Leuten die größte Achtung bezeugen, während die allermeisten keine verdienen.
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DerMitDemHut

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2

Sonntag, 22. Januar 2006, 00:38

Ich kann Deiner Review nur zustimmen! Anathema sind eine exzellente Band und mit diesem Album ist es ihnen gelungen, sich von ihren Doom/DeathMetal-Wurzeln zu lösen und frische (oder besser kalte^^) Elemente in ihren Sound einfliessen zu lassen. Der Titelsong, ReConnect und Empty gefallen mir am Besten von diesem Album. Ich kenne kein Lied, welches eine derartige Kälte, Hoffnungslosigkeit und Lethargie ausstrahlt, wie der Titelsong dieses Albums!
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