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$pidermonkey

Administrator

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1

Montag, 5. Januar 2004, 13:57

Punk

Herkunft des Wortes
Punk bedeutet auf englisch verfault, niederträchtig, miserabel (rotten), wertlos. Der Punk-Veteran Donny the Punk hat erklärt, dass das Wort Punk von einem Slangausdruck für Vergewaltigungen im Gefängnis kommt ("I punked that kid"). Ein Punk ist in diesem Zusammenhang das Opfer.


Geschichte
Der Ursprung des Punk liegt in den Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Punk war die Reaktion auf die sich auflösende Hippie-Bewegung, in deren Nachwehen die ersten Bands durch rein kommerzielle Strategien in die Hitparaden gepusht wurden und auf Bands wie Pink Floyd, Genesis oder Led Zeppelin, die sich in immer unglaublicherer Gigantomanie auf LP und im Konzert verbreiteten. Welches die erste Punkrock-Band war, darüber lässt sich streiten. Genannt werden in dem Zusammenhang, oder als Vorläufer, The Velvet Underground, eine Band um Andy Warhol, die schon in den 1960ern aktiv waren, The Stooges, Iggy Pop, The New York Dolls, die Ramones oder auch Patty Smith. Alle diese Bands kommen aus den USA.

Von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird die langsam entstehende Punk-Kultur 1976 in England, als die Sex Pistols mit ihren Singles ("Anarchy in the UK", und 1977 "God Save The Queen") Furore machen. Zeitgleich schießen aber viele andere Bands aus dem Boden, und die Punk-Bewegung diversifiziert in fast ebensoviele Richtungen, wie Anarchopunk, Oi Punk, Fun Punk, und viele mehr. Eine etwas mehr auf den Massengeschmack ausgerichtete Nachfolgebewegung war New Wave.
In Deutschland entwickelte sich daraus der Deutschpunk.

Trotzdem gibt es gemeinsame Merkmale, die typisch sind für die Punk-Kultur: Punk bringt seine Kritik durch Punkmusik, den Kleiderstil, aber auch Fanzines und eine bestimmte Grafik (Collagen und Comics-Zeichnungen) zum Ausdruck. Punk betont das Hässliche und will provozieren. Er stellt sich gegen die Gewohnheiten, die herrschende Klasse, die Konsumgesellschaft, das Bürgertum und gegen Snobismus. Durch seine strikte Anti-Haltung und einer Lebensart von "Anarchie und Chaos", wendet er sich gegen das ihm vorgelebte hierachische Gesellschaftssystem. Für den Punk gibt es keine Zukunft (Schlagwort: "No Future"), somit ist auch die oft körperschädigende Lebensart der Punks zu erklären.

Dass soviel "Anti" trotzdem von der Mode vereinnahmt werden konnte, überraschte in den frühen 1980ern nicht nur die Punks selber. Viele Leute sind der Ansicht, dass alle Punks, die nach der ersten Welle kamen, nur noch modische Nachahmungen sein könnten und den Kernsatz des "alles neu, so wie es noch nie war" der anfänglichen Punkbewegung, oder die im Punk oft verkörperten politischen Ansichten (zB. Anarchie) gar nicht mehr erfüllen können. Demgegenüber steht der auch heute noch anzutreffende Slogan: "Punk's not dead".

Du bist Herr deiner Worte, doch, einmal gesprochen, beherrschen sie dich.

Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen.
(Friedrich Schiller)

Die Höflichkeit ist insofern eine schwere Aufgabe, als dass sie verlangt, dass wir allen Leuten die größte Achtung bezeugen, während die allermeisten keine verdienen.
(Arthur Schopenhauer)
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$pidermonkey

Administrator

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2

Sonntag, 8. Februar 2004, 23:14

Zitat

Original von zl-rage

Nicht Schlecht aber die Hälfte stimmt nicht

Im Lexikon werden Einzeiler sofort gelöscht. Wenn dir was nicht passt, schreib ausführlich was du zu verbessern hast. Sonst lass es bleiben.
Du bist Herr deiner Worte, doch, einmal gesprochen, beherrschen sie dich.

Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen.
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Talyessin

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Beiträge: 15

3

Montag, 9. Februar 2004, 00:07

Hallo,

habe dazu noch ein paar Ergänzungen ( Spider, du wirst das doch erlauben :D )

Musikalisch begann der Punk mit dem Surf-Sound der frühen sechsziger Jahren, von Bands wie Comanche oder Dick Tales. Diesen Sound nahmen viele Westküstenbands um eigene Musik zu kreieren. Die Ramones sind bis heute die Gruppe die sich mit diesem Sound einen Namen gemacht haben.
Die Grundstimmung des Punks auf textlicher Basis war geprägt vom " Spirit of 69". Diese Bewegung stand als Gegenbewegung zu den "Hippies" und deren Geld. Viele der "Spirits" waren aus armen Verhältnissen und konnten mit dem Sound der späten Hippiebewegung nichts mehr anfangen. Musikalisch hatten sie ihre Wurzeln in der Mods-Bewegung die schon früh auf normale Probleme der Jugendlichen einging. ( Die frühen "The Who" kamen aus dieser Ecke.)
Den Durchbruch erreichten dann die "Sex Pistols" die aber eine zusammengewürfelte Kommerztruppe war, die die entstandene Plattenindustrie entworfen hatte.

Talyessin
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Beiträge: 737

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4

Montag, 9. Februar 2004, 15:55

es soll ja immer noch leute geben, die denken punks haben alle bunte haare, alte kleidung, verbringen ihre zeit auf der strasse und werden vom staat finanziert! es kommt nicht aufs aussehen an ob man ein punk ist oder nicht, mit zum beispiel den bunten haaren, bringt man halt seine meinung zu ausdruck wobei bunte haare nicht gleich anzeichen für einen punk ist! nur weil jemand eine pitbull jacke trägt ist er auch nciht gleich ein "rechter"! oder sehe ich das falsch!

warum werden einzeiler gelöscht?
Man kann nicht alle Faschisten ausrotten, aber man kann es zumindest probieren!
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Wohnort: Brunswiek

5

Sonntag, 16. Mai 2004, 21:32

zu dem Thema gibts ein ganz interessantes und bildendes Buch:
Craig O'Hara - The Philosophy of Punk, Ventil Verlag
Es ist das erste Buch über Punk als Lebenseinstellund und Musikstil was von jemandem aus der Punkszene geschrieben wurde.

Da der Autor Amerikaner ist schreibt er größtenteils (aus seiner Sicht verständlich) über die Entwicklung des Punks in Amerika.

This world is what you make it
This life is what you make it
The choice is up to you,
Whether you make or break it
I'll live my life for me --
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schetait

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Beiträge: 57

6

Mittwoch, 19. Mai 2004, 05:34

hm ... *meld* kleine anfrage an leute die mehr ahnung haben als ich: wie kann man punk eigentlich musikalisch definieren?? viele musikrichtungen unterscheiden sich heutzutage manchmal nur noch durch instrumentalisierung/tempo/beats und so weiter ... abgesehen vom gewoehnlich gesellschaftskritischen text (wie ich das hier heraus zulesen glaube) , worin ist der unterschied zwischen anderen rock richtungen? wenn ich einzelne songs anhoere bin ich mir manchmal nicht sicher wo sie einziordnen sind und es kommt immer ein gewisser "ach das ist dies und jenes" effect ...
A cynic is a man who, when he smells flowers, looks around for a coffin. <-- cynic or not cynic, that's the question ... but cynic is always the answer ... zitat komm raus ;-)
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$pidermonkey

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7

Mittwoch, 19. Mai 2004, 23:26

Ich würd mal sagen, alles was ziemlich schnell is und dabei nicht sehr vielfältig geht in die Punkrichtung... Schwer, das genau zu definieren.
Du bist Herr deiner Worte, doch, einmal gesprochen, beherrschen sie dich.

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Beiträge: 875

Wohnort: Brunswiek

8

Donnerstag, 3. Juni 2004, 22:27

da es so schwer ist zu definieren, hättest du dir die letzte Aussage sparen sollen Spidermonkey

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$pidermonkey

Administrator

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9

Freitag, 4. Juni 2004, 17:30

Wenn du nichts besseres dazu zu sagen hast, halt dich raus. Posts wie der Deinige sind hier zwecklos.
Du bist Herr deiner Worte, doch, einmal gesprochen, beherrschen sie dich.

Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen.
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simsalabim

Anfänger

Beiträge: 41

10

Donnerstag, 8. Juli 2004, 11:22

naja wie auch immer, vielleicht ist punk so schwer zu definieren weil es keine einfache musikrichtung ist, sie geht auf probleme zu, ich meine nicht liebesprobleme, kommt in den zusammenhanhang mit der zeit des "sturm und drang" die für freiheit und rebellion steht. Punk geht auf die probleme zu im gegenteil zum garagen rock, die wiederum wollen nichts von der politik und sachen dieser richtung nichts wissen. Pop ist leicht zu definieren = billige musik für jedermann
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Parvati

Anfänger

Beiträge: 21

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11

Dienstag, 7. Dezember 2004, 17:24

Soooo,nun muss ich mich auch mal dazu äußern :roll: :wink:
Ich sehe mich als einen "teilweisen"-Punk. Habe vom aussehen besondere Merkmale,höre Punk und teile teilweise die gleiche Einstellung wie Punks.
Trotzdem habe ich so meine zweifel. Diese "NO-FUTURE" Sache is z.B nicht mein ding.....
Wenn ich kleine kidis mit 12 sehe,die WIZO und Ramones Aufnäher an ihrer Tasche haben,nen Parka tragen und rumerzählen sie wären voll der Punk,könnt ich das kotzen kriegen.
Punk ist eine Lebensweise.Sie ist für mich aus Hass und Demonstration entstanden. Mittlerweile ist es ein Trend geworden. Ein Trend für Leute die auffallen wollen. Es ist traurig.
Mehr will ich dazu auch nicht sagen. Das einzige was ich noch zu dem Thema sagen will ist,dass der Punk vor 1 Jahr mein leben vollkommen verändert hat,ich mich aber nicht unbedingt als Punk sehe.....
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Blabla

Schüler

Beiträge: 141

Wohnort: Chosebuz

Beruf: Schüler

12

Sonntag, 17. April 2005, 19:38

mal ne frage:
punks sind doch anarchisten. aber gleichzeitig haben sie diesen "typischen" kleidungsstil, wie schrille haarfarben und bunte schnürsenkel mit entsprechender bedeutung. beim anarchismus dagegen kommt es auf individualität an. ist das kein widerspruch?
Ich bin stolz darauf, eine Signatur zu sein!

Junto a Fidel
Junto a la Cuba
Junto al Socialismo
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Fliegenklatsche

Fortgeschrittener

Beiträge: 230

Wohnort: Frankfurt/M.

13

Freitag, 6. Mai 2005, 15:23

Ich würde den "typischen" Kleidungsstil vieler Punks als Protest und Symbol der Nichtanerkennung ("spieß")bürgerlicher Werte und Aspekte in der Gesellschaft und die Nichtidentifikation mit ihnen betrachten. Dieser Kleidungsstil hat keinen direkten Bezug auf Anarchismus. Auch ist den Farben der Schnürsenkel keine Bedeutung zuzumessen. Bei der Farbwahl geht es um dekorative Aspekte. Dass z. B. Linke rote Schnürsenkel tragen und Rechte weiße, ist - von einigen Ausnahmen sicherlich abgesehen, die diese Farben gemäß ihrer politischen Neigung gewählt haben - wohl in den meisten Fällen nicht zutreffend. Wofür stehen dann z. B. gelbe Schnürsenkel? FDP-Anhänger? :D
"Der Junge war Rock 'n' Roll!"

Maps · (Punk)Tabs · Lyrik
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Beiträge: 786

Wohnort: Linz, Österreich

Beruf: Lebenskünstler

14

Freitag, 6. Mai 2005, 17:58

Gelbe Schnürsenkel können, müssen aber nicht (!), für die Boots der Fetischszene stehen. Zu beachten ist, das die weißen Schnürsenkel auf den Stiefeln der Skinheads eher für die Verständigung zwischen Schwarzen und Weißen steht, als für Rassismus. Wer sich damit beschäftigen möchte, sollte sich die Entstehung der Skinhead-"Kultur" in Verbindung mit Ska näher anschauen. Diese hier näher zu erläutern würde mir leider im Moment zuviel Zeit kosten.
Und: Punks müssen nicht bunt und schrill gekleidet sein. Das ist eine Einstellung die aus dem Herzen kommt, auch wenn die Szene ursprünglich sehr viel mit Mode zu tun gehabt hat (-> Vivian Westwood)
"Das größte Verbrechen eines Musikers ist es, Noten zu spielen, statt Musik zu machen."

Isaac Stern
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Loki

Schüler

Beiträge: 166

Wohnort: jenseits von Eden

Beruf: fucking human being

15

Sonntag, 22. Mai 2005, 10:44

Punk:

Herkunft des Wortes:

Das Wort Punk /p&#652;&#331;k/ aus dem Englischen taucht erstmals im frühen 13. Jhd. auf und bezeichnete einen Stapel moderiges Holz. Später wurde es eine Bezeichnung für "Abschaum, Dreck". Damit ist eine Person gemeint, die sich nicht den gerade geltenden gesellschaftlichen Normen angepasst hat. Im Musikbereich wurde der Begriff Punk-Rock 1972 von Lenny Kaye eingebracht, dem Gitarristen der Patti Smith Group, in den Erläuterungen einer von ihm veröffentlichten Anthologie des amerikanischen Garagenrocks der 1960er Jahre. Der Punk-Veteran Donny the Punk hat erklärt, dass das Wort Punk von einem Slangausdruck für Vergewaltigungen im Gefängnis kommt ("I punked that kid"). Ein Punk ist in diesem Zusammenhang das Opfer.

Geschichte:

Der Ursprung des modernen Punk liegt in den späten sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Vorreiter dieser Zeit waren die Gruppen The Stooges, MC5, The Sonics und The Velvet Underground. Punk war vor allem in seinen Ausdrucksformen eine Reaktion auf die Hippie-Bewegung. Er wendete sich sowohl gegen den Idealismus als auch gegen die fröhliche Haltung der Hippies. Stattdessen setzte Punk auf offene Ablehnung der Gesellschaft und erteilte hoffnungsvollen Zukunftserwartungen mit dem Slogan &#8222;No Future&#8221; eine Absage. Er meinte die Gesellschaft: "There's no future for you!" (Sex Pistols: God Save The Queen).

Enstehung:

Greil Marcus' Auffassung zufolge ist Punk unweigerlich mit dem Situationismus der 1960er Jahre verknüpft. Diesen Standpunkt wollte auch Malcolm McLaren als einer der frühen Hauptprotagonisten, in der Arbeit mit den Sex Pistols (als Mentor dieser Gruppe) gerne als den Ausgangspunkt dieser Bewegung ausgeben.

Allerdings ist der Situationismus durch politische Ziele des Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus gefärbt. Der Anarchismus bei den frühen Punks wie Steve Jones, Paul Cook und Sid Vicious gleicht jedoch eher Nihilismus oder einer gewaltsamen diebischen Anomie (im wörtlichen Sinne).

Punks Punk Festival HITS 2003 Morecambe UK

Dass zwischen dem Situationismus und dem Punk kaum eine Verbindung besteht, geht auch eindeutig aus dem Buch "Sex Pistols - The Inside Story" von Fred und Judy Vermorel hervor. Dieses bildet aus heutiger Sicht eine der zuverlässigsten Quellen der Geschehnisse um die Sex Pistols und der frühen Punkbewegung Londons, da es zeit- und protagonistennah erstellt wurde. Durch die Autobiographie Johnny Rottens No Irish, No Blacks, No Dogs wird die These, dass die Londoner Punk-Szene losgelöst vom Situationismus zu betrachten ist, zusätzlich unterstützt.

In den USA:

Die Punkbewegung war immer eng mit der gleichnamigen Musikrichtung verbunden. Punk stellte sich gegen einst als progressiv geltende Bands, die nach Meinung der Bewegung durch rein kommerzielle Strategien in die Hitparaden gepusht wurden und gegen Bands wie Pink Floyd, Genesis oder Led Zeppelin, die sich in immer unglaublicherer Gigantomanie auf LP und im Konzert verbreiteten. Welches die erste Punkrock-Band war, darüber lässt sich streiten. Genannt werden in dem Zusammenhang, oder als Vorläufer, The Velvet Underground, eine Band um Andy Warhol, die schon in den 1960ern aktiv waren, The Stooges, Iggy Pop, The New York Dolls, MC5, die Ramones oder auch Patti Smith.

Alle diese Bands kommen aus den USA. Als amerikanisches Zentrum des Punks gilt der Club CBGB in New York City. Als britischer Vorläufer gelten die frühen Kinks und Bands wie The Troggs.

in Großbrittanien:

Die Entstehung des englischen Punks &#8211; in den frühen 1970ern &#8211; ist aus vielen Gründen sehr speziell und lässt sich im Großen und Ganzen nicht mit der US-amerikanischen Entwicklung vergleichen.

Grundlage des englischen Punks war ein in erster Linie apolitischer Groll auf sämtliche institutionellen Organisationen. Fehlender oder mangelhafter Halt durch die Bildungsinstitutionen und nach dem Verlassen dieser die mangelnden Aussichten (soziale und kulturelle Armut) &#8211; bedingt durch das steife englische Klassensystem - überhaupt eine Arbeit zu finden, geschweige denn einen gesellschaftlichen Aufstieg innerhalb dieses Systems, bildeten das Fundament für die punkimmanente Grundeinstellung.

Derart ausgeschlossen aus dem Kreise der Geldverdiener, war es den Jugendlichen (die den Hauptanteil der Bewegung ausmachte) verwehrt, an den Dingen &#8211; die ihr Herz begehrte oder begehren gemacht wurde &#8211; wie modischer Bekleidung, neue und neueste Musik in allen Formen und im Allgemeinen dem Konsum von Getränken in Gaststätten teilzuhaben.

So kann die jugendliche Punkbewegung Londons &#8211; wo das Zentrum der Entstehung war &#8211; als ein seit dem Anfang der 1970er sich über mehrere Jahre entwickelnde spätpubertäre Antihaltung sowohl gegenüber politischen Establishment als auch gegenüber der Kulturindustrie (insbesonderer der Musikindustrie) und dem Bürgertum allgemein verstanden werden.

Die Alternative hieß Eigenproduktion unter anderem der Bekleidung, wenn auch aus dem Altkleidercontainer, Musik (am Beispiel der Sex Pistols mit geklautem Equipment), und dazugehörige Vertriebswege und -mittel. So bahnte sich langsam aber sicher eine neue Kultur den Weg an die Oberfläche.

Grundsätze waren: Ekstase, Verschwende dich selbst, glaube niemandem, do it yourself, stelle Autorität oder Stars in Frage.

Es entstand eine junge, zynische, flüchtige und schnelllebige Subkultur, mit eigenen poetischen, politischen und apolitischen Ausdrucksformen: Sicherheitsnadeln im Gesicht, ein Feiern von Hässlichkeit, Kopierte Fanzines, in denen man gegen alles und jeden Stellung bezog, aber auch spontane dadaistische Aktionskunst, exzessiver Konsum von Alkohol, Drogen und Sex, alles selbstorganisiert und selbstverwaltet.

Die Musik war eine schnelle, sehr einfache effektive und reduzierte Variante von Rock'n'Roll, wenn man drei Akkorde auf der Gitarre beherrschte, konnte man sie schon spielen. Virtuosität, Gitarren-Soli und ähnliche Star-Gesten waren verhasst. Die Texte bestanden aus knappen Anklagen und Beschimpfungen, Reflektionen über das eigene Leben oder reinem Dadaismus.

Es war die Zeit, in der die alten Rockdinosaurier, die seit Jahren die Hitparaden beherrschten, sich mit der aufkommenden Disco-Kultur vereinten, weltweit waren Massenarbeitslosigkeit und Krisen auf dem Vormarsch. Ronald Reagan, Margaret Thatcher und Helmut Kohl standen in der Politik für eine Abkehr von der sozialdemokratischen Dekade der 70er (Willy Brandt) mit ihren Appellen an Bürgersinn und Demokratie und der Hoffnung auf Wandel in Folge der 68er-Generation. Konservative Werte waren nun wieder auf dem Vormarsch, und Leistung sollte sich wieder lohnen. Diesem offiziellen Optimismus setzten die Punks demonstrativ einen radikalen Pessimismus entgegen, der aber auch die Ziele der Arbeiterbewegung oder die Neue Linke zurückwies. Im Mittelpunkt stand die eigene Subjektivität, das eigene Leiden am Zustand der Welt, das sichtbar gemacht und so gegen sie gewendet werden sollte. Man war nicht der Auffassung, das Kritik auch konstruktiv sein müsse.

Bands dieser Zeit sind die Slits, die X-Ray Spex, die Adverts oder Wire.

Einige der frühen Punkmusiker studierten an Kunsthochschulen und kannten ältere radikale Avantgarde-Konzepte, andere waren aus kleinen Verhältnisse stammende freiwillige Arbeitslose, die alles zurückwiesen, was es an Kultur und Sinnstiftung zuvor gegeben hatte. Ihnen gemeinsam war eine ständige latente Aggressivität als Attitüde, auch untereinander. Ohne sich dezidiert politisch zu engagieren, waren Ideen von Emanzipation unter Punks trotzdem wie selbstverständlich verbreitet. Die Kleidung und dieses Auftreten, und die Zurückweisung aller positiven Werte der Gesellschaft als Lügen, die für den Mainstream eine einzige Provokation darstellten, stiessen oft auf völliges Unverständnis, offene Feindseligkeiten und Hass in der Gesellschaft. Gleichzeitig wurde Punk unter Jugendlichen aber auch zu einer Art Popkultur.


Parallel zum Entstehen des Punks entwickelte sich zeitgleich die ebenso radikale Industrial Culture mit Vorreitern wie Throbbing Gristle, Cabaret Voltaire und SPK.

The next Generations:

Erst die zweite, dritte und vierte Generation politisierte den Punk zunehmend.

Punk Girls Punk Festival HITS 2003 Morecambe UK

Von der &#x00d6;ffentlichkeit wahrgenommen wird die langsam entstehende Punk-Kultur 1976 in England, als die Sex Pistols mit ihren Singles (Anarchy in the UK, und 1977 God Save The Queen) Furore machen. Zeitgleich schießen aber viele andere Bands aus dem Boden, und die Punk-Bewegung diversifiziert in fast ebensoviele Richtungen, wie Anarcho-Punk, Oi Punk, Skapunk, Fun Punk, Skatepunk, und viele mehr. Eine etwas mehr auf den Massengeschmack ausgerichtete Nachfolgebewegung war New Wave. Einen Versuch, den Geist des Punk zu bewahren bildete die Hardcore-Bewegung, die Anfang der Achtziger Jahre entstand. Als wichtigste Bands seien an dieser Stelle Agnostic Front, Dead Kennedys, Black Flag, Minor Threat und Sick Of It All erwähnt.

Punks auf dem UZ-Pressefest 2003

Es gibt gemeinsame Merkmale, die typisch sind für die Punk-Kultur: Punk bringt seine Kritik durch Punkmusik, den Kleiderstil, aber auch Fanzines und eine bestimmte Grafik (Collagen, Xerographien und Comic-Zeichnungen) zum Ausdruck. Punk betont das Hässliche und will provozieren. Er stellt sich gegen die Gewohnheiten, die herrschende Klasse, die Konsumgesellschaft, das Bürgertum und gegen Snobismus. Durch seine strikte Antihaltung und einer Lebensart von &#8222;Anarchie und Chaos&#8221;, wendet er sich gegen das ihm vorgelebte hierachische Gesellschaftssystem. Manche Punks sehen für sich keine Zukunftsperspektive (Schlagwort: &#8222;No Future&#8221; auf sich selbst angewendet), somit ist auch die oft körperschädigende Lebensart vieler Punks zu erklären. Es gibt aber auch komplett gegenteilige Tendenzen in der Punk-Szene, wie die Veganer- und Straight Edge-Bewegung.

Ende der 1970er traten in England verschiedentliche Bands wie "Crass", "Conflict" oder "Zounds" auf, die sich einem radikalen Antikommerzialismus verschrieben hatten. Ihr Protest richtete sich nicht nur direkt gegen Institutionen wie Politik, Kapital und Geistlichkeit, sondern gegen die Gesellschaft und deren grundlegende Werte, insbesondere die Konsumgesellschaft. So lebten die Mitglieder der Band Crass nahe London auf einer Farm in dem Versuch einer autarken und selbstversorgten, in kommunenartiger Struktur organisierter Lebensweise. Tonträger dieser Bands wurden meist zum Selbstkostenpreis verkauft, Konzerteintrittspreise waren, wenn sie überhaupt erhoben wurden, lediglich kostendeckend. Im Bezug auf Alkohol und Drogen, die in der restlichen Punkszene häufig konsumiert wurden, ging diese Strömung auch auf Gegenkurs: Um nicht von Händlern und Herstellern der Alkoholika und Drogen finanziell und moralisch abhängig zu sein, wurden diese Produkte strikt abgelehnt. Ähnlich verhielt es sich mit Fleischverzehr. Es wurde versucht, sich in keinem Lebensbereich durch etablierte Strukturen vereinnahmen zu lassen, bzw. ihnen zu folgen.

80er und 90er:

Punk war in den 1980ern die dominierende Kultur in den meisten Autonomen Zentren. Die Chaostage in Hannover waren von 1982 bis 1984 ein fester Treffpunkt der Szene. Diese wurden 1994/1995 wiederholt, führten zu bundesweiten Medienberichten und sorgten für ein kleines Revival der Szene.

Dass soviel &#8222;Anti&#8221; trotzdem von der Mode vereinnahmt werden konnte, überraschte in den frühen 1980ern manche Punks selber. Malcolm McLaren und die Sex Pistols hatten allerdings immer darauf beharrt, dass es sich bei der ganzen Angelegenheit um The great Rock'n'Roll Swindle, also den grossen Rock'n'Roll-Schwindel handelte, einen bewusst herbeigeführten Hype, und die kommerzielle Verwertung und somit Verbreitung ihrer absolut antikommerziellen, antibürgerlichen Werte und Lieder war in ihren Augen begrüssenswert.

Die Mode fand sich innerhalb der Szene. Bestimmten Bands wie zum Beispiel The Exploited wurde vorgeworfen konservativ einen Stil zu bewahren um kommerziell erfolgreich zu sein. Punk beeinflusste aber auch die Mainstream-Kultur. Die Neue Deutsche Welle wurde ursprünglich von Bands getragen, die der Punk-Szene sehr nahe standen, bevor die Musikindustrie den Trend entdeckte und eigene Bands ins Rennen schickte.

In den späten 80ern und 90ern gehörte der Punk dann zum selbstverständlichen Strassenbild in Europa. In London liessen sich besonders gestylte Punks zusammen mit Touristen fotografieren. Selbst in Kinderbüchern oder der Fernsehserie Lindenstrasse tauchten Punks auf. Mit massenkompatiblen Bands wie Die Toten Hosen oder Die Ärzte war Punk zum Teil des Mainstreams avanciert und wurde ähnlich verkauft. Von der anfänglichen, noch apolitischen, naiven Radikalität über eine politische Radikalität von Teilen der nächsten Generationen entwickelte sich Punk zur mehrheitsfähigen, konstruktiv kritischen Stimme, und ging schliesslich in der Grunge- oder Alternative-Bewegung auf. Zugleich entstand eine Gegenbewegung innerhalb der Szene, von vielen wurden die politische und kulturelle Ausrichtung zwar weiterhin fortgesetzt, die Punk-Mode aber als Klischee (Tracht (Kleidung)) empfunden, das den ursprünglichen Reiz des Experimentellen, Nie-Dagewesenen eingebüsst hatte.

Viele Leute sind der Ansicht, dass alle Punks, die nach der ersten Welle kamen, nur noch modische Nachahmungen sein könnten und den Kernsatz des &#8222;alles neu&#8221; der anfänglichen Punkbewegung, oder die im Punk oft verkörperten politischen Ansichten (z. B. Anarchie) gar nicht mehr erfüllen können.

Einige dieser Strömungen konstituierten die Hardcore Punk-Bewegung oder später die Hamburger Schule, andere wandten sich auch den neuen elektronischen Musikstilen zu (Atari Teenage Riot), in denen sie das Element des "neu" wiederentdeckten. Wieder andere gingen in den politischen Strömungen der Antifa, den Autonomen oder der Hausbesetzer-Kultur auf. Waren ursprünglich für die Punks Plastik, Künstlichkeit und Müll interessant, wendete man sich nun manchmal auch der &#x00d6;kologie zu.

Gleichzeitig schwappte in den 90ern in der Folge von Grunge eine neue Welle von Bands wie Green Day und The Offspring aus den USA nach Europa. Diese Bands äusserten sich teilweise auch politisch, stellten aber oft den Spass-Aspekt in den Vordergrund. Die Bands hatten Videos auf MTV und erreichten Erfolge in Charts. Für viele der älteren Punks waren sie zu harmlos und kommerziell.

Aber die alte Provokation scheint auch weiterhin wirksam zu sein, noch heute kommt es immer wieder zu Punkerverboten, also dem Verbot der Versammlung von Punks, zum letzten mal etwa im Frühling 2005 in Hamburg-Ottensen, als nach öffentlichen Trinkgelagen von Punks diese von Hundertschaften der Polizei vertrieben wurden und sogar ein Verbot des öffentlichen Abspielens von Punkrock ausgesprochen wurde. Zur Verwirrung trug dabei die Tatsache bei, dass im Zuge eines Retro-Revivals der 80er viele zufällig anwesende Jugendliche, die sich wohl nicht als Punks sehen würden, aus Mode-Gründen auch Nietengürtel, zerrissene Jeans oder Punkfrisuren trugen, und so auch von polizeilichen Massnahmen betroffen waren.

Während zum Anfang der Punkszene die meisten noch recht jung waren, sind mittlerweile die "Altpunks" über 40 Jahre alt, einige von ihnen stehen heute in der Mitte der Gesellschaft. Charlie Harper, Frontmann der englischen "UK Subs", feierte 2004 gar seinen 60. Geburtstag.

Eine futuristische Fortsetzung fand die Punk-Weltsicht im Cyberpunk-Genre.

Sehr erheiternd finde ich auch die nüchterne Analyse der Kleidung des typischen Punks:

-Stahlkappenstiefel, z.B. Doc Martens, fälschlicherweise oft als Springerstiefel bezeichnet; auch Turnschuhe (Chucks)

-Enge Hosen, z.B. Jeans. Beliebt in der Szene sind jedoch sog. Bondagehosen in buntem Karomuster, die mit zahlreichen Reißverschlüssen und Stoffbändern versehen sind. Dazu gehört oft eine Art Kilt.

-Nietengürtel oder Ketten.

-Lederjacken (oft bestückt mit Nieten, Sicherheitsnadeln, Sprüchen und Aufnähern), auch Bomberjacken oder sogar Parkas.

-Nietenarm- und Halsbänder, Stiefelbänder und Ketten als Accessoires

Punkkleidung ist oft zerrissen, bemalt, beschriftet oder anderweitig von ihrem Träger verändert.

Das nenn ich ne Analyse :lol:
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