Deep Purple: "Burn" 1974 |
DerMitDemHut
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Nachdem Ian Gillan und Roger Glover nach dem Album Who Do We Think We Are die Band Deep Purple verlassen hatten, Roger Glover zu ELF (mit dem späteren Rainbow Sänger Ronnie James Dio) ging und Ian Gillan sich seiner Solo Karierre widmete, holten sich Organist Jon Lord, Drummer Ian Paice (als einziges Gründungsmitglied seit 1968 noch heute in der Band!) und Gitarrenhexer und Exzentriker vom Dienst, Ritchie Blackmore den bis dato unbekannten Sänger David Coverdale (gründete später mit dem verbliebenen Purple Nukleus Paice/Lord die Band Whitesnake) und den ehemaligen Trapeze Bassisten Glenn Hughes (später bei Black Sabbath, heute bei Tony Iommi) an Bord. Die Früchte trug dann das Album Burn. Die Blues Einflüsse sind gewachsen, Soul und Funk kamen als Würze hinzu. Hier sind schon die Wurzeln dessen zu hören, was Ritchie Blackmore ein Jahr später mit Rainbow und Coverdale mit Whitesnake auf die Beine stellten. Und es ist ihnen hervorragend gelungen! Der Country Einfluss Gillans und Glovers ist gewichen, der Klassik Einfluss wurde zurückgeschraubt. Ich muss sagen, dass ich Puristen zum Trotz das MkIII Lineup der Band mit Coverdale/Hughes interessanter finde, als das klassische MkII Lineup mit Gillan/Glover. Wem Songs wie das bis zum Erbrechen ausgereizte Smoke On The Water zum Halse raushängen, der ist mit diesem Album sehr gut bedient.
Der Opener und Titelsong BURN ist das schnellste und härteste Stück auf dem Album und auch das virtuoseste. Es klingt immer noch nach Deep Purple und die Blues Einflüsse sind hier noch nicht so immanent. Schweres, schnelles Gitarrenriff, schneller, virtuoser Rhythmus, agressiver Gesang und klassisch inspirierte, sehr filigrane Orgel- und Gitarrensoli (hat man hier wieder von Bach geklaut??) und einen sehr düsteren Text (über Hexenverbrennung)... Dieser Song ist einfach eine Granate. Schnell, hart, melodisch, düster und virtuos. Hammer!
Might Just Take Your Life lässt dann die Blues/Soul/Funk Einflüsse stark zu Tage treten. Beginnend mit wuchtigen, warm dröhnenden Hammondorgel Akkorden, einprägsamen Rhythmus und Melodie, sehr simples Riffing und fehlendem Solopart, dafür aber sehr souligem Gesang, den sich, wie bei allen SOngs bis auf Misstreated Coverdale und Hughes teilen. Hughes übernimmt die höheren Parts, Coverdale die tieferen, rauchigeren und bluesigeren. Ein wunderbarer Song, treibend, in die Beine gehend und unüberraschenderweise auch Singleauskopplung.
"LayDown Stay Down": Schneller Boogie-Blues-Rock. Virtuose, mächtige Piano Akkorde, schnelles Riff, sehr Funk/Soul inspirierter Refrain. Excellent!
"Sail Away": Langsam und schleppend, ebenfalls Blues und Soul lastig, gemischt mit schwerem Gitarrenriff und Sythesizern. Ein Song zum entspannen.
"You Fool No One": Sehr schnell, spritzig, funky (besonders im Drumming und im sehr frickeligem Gitarrenriff zu vernehmen), sehr bluuuuesiger und souliger Gesang Coverdales und Hughes (diesesmal synchron und nicht abwechselnd), melodiös und progressiv, Der Instrumentalteil ist atemberaubend. Schnell aufeinander folgende Breaks, ein halsbrecherisches Solo von Blackmore, im Mittelteil eher Metal als Funk, was dieses Song zu einem kontrastreichen Stück machen. Der Song entwickelt sich anders, als es der Anfang vermuten lassen würde. Vom modernem Funk zu klassischem Hard Rock/ProgRock.
"Whats Going On Here": Ein Rocksong nach Schema F. Nicht schlecht, besitzt eine coole Honkeytonk Pianomelodie und ein ebensolches Solo. Super Refrain! Ein Song, der gut abgeht, auch wenn er nicht die technische Raffinesse der vorangegegangenen Songs verfügt!
"Mistreated": Ein sehr düsteres Blues Rock Stück, welches von Blackmores Gitarrenmelodien lebt. Sehr verzweifelter Gesang Coverdales, Melancholie und Power zugleich. Blackmore hat diesen Song bei Rainbow noch populärer gemacht und das Solo weiter ausgebaut. Bei "Rainbow Live On Stage" entfaltet dieses Stück mit Dio sein volles Potential, was hier noch etwas brach liegt als Studioversion.
"A 200": Eine Instrumentalnummer. Elektronisch, progressiv, vertrackt. Ein Bolero Rhythmus, spritzige Basslinien und am Ende nach vieel Sythesizer endlich ein wunderbares Gitarrensolo! Ein ungewöhnlicher Song und ganz anders, als der Rest des Albums!
Coronarias Redig: Ein Bonustrack. Ebenfalls instrumental, aber gitarrenlastiger, als A 200. Düster und gelungen!
Der Sound ist digital remastered worden, kommt also druckvoller daher, was sicg besonders bei der Bassdrum von Mistreated und dem Hammer Riff von Burn bemerkbar macht. Endlich bekommen die tollen Songs dieses Albums den Sound, der ihnen gebührt.
Zum Vergleich zu den hier genannten Songs sollte man sich auch deren Live Versionen von Made In Europe zu Gemüte führen, wo diese dann noch mehr an Power und Macht gewinnen.
Ein super Hardrock Album, mit etwas weniger Klassik, noch weniger Country und dafür mehr Black-Music Einflüssen, was besser zur Band passt, als man anfangs hätte vermuten können!
Cheers!
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Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von DerMitDemHut: 16.04.2008 00:23.
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16.04.2008 00:15 |
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Habe ich selber, diese Platte. Wirklich zu empfehlen!
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23.06.2008 11:57 |
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