Zunächst: Ich war mir nicht ganz sicher, ob der Thread hierher gehört. Falls er zB ins Hi-Fi Forum gehört, bitte ich um Entschuldigung.
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Seit der Erfindung der digitalen Aufnahme gibt es immer mehr Möglichkeiten, die Soundqualität von CDs mittels PC-Software, Samples etc. zu verbessern. Und tatsächlich gibt es viele Beispiele für CDs, die einfach ein unglaubliches Klangerlebnis darstellen, indem sie die technischen Möglichkeiten des Mastering (= Abmischung) perfekt ausnutzen. Beispielsweise kann ein geschickt eingesetztes Mastering dazu führen, eine CD räumlicher und kraftvoller klingen zu lassen.
Allerdings gibt es auch Tendenzen, die man zumindest nicht unbedingt gut finden muss.
Im folgenden eine kritische Betrachtung dazu (teilweise subjektiv eingefärbt).
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Immer häufiger haben Alben die Tendenz zu einem erschreckend "kalten" und weichgespülten Klang. Grund dafür sind unter anderem, dass die Drums "getriggert" werden, so dass zB ein Schlagzeugschlag anstatt einer "realen", manuellen Geschwindigkeit Elektronisch kopiert und nachbearbeitet wird, um sie zu beschleunigen und den Eindruck von Perfektion zu gewinnen.
Immer mehr "Störgeräusche" werden aus den Songs entfernt, wodurch der Song einerseits vielleicht als "eingängiger" empfunden wird, andererseits aber - gerade im Bereich der härteren Musik - an "Rohheit" und damit an Energie verliert. Sie neigen dazu, zu einem einzigen "Klangbrei" zu verschmelzen, ohne hörbare Differenz zwischen den Instrumenten. Beim 1. Hören gefällt das noch gut, auf Dauer fehlen so vielen Hörern schnell die "Ecken und Kanten", die so manchen Song erst so herausragend machen. Zudem wird die Musik häufig mit übertrieben viel Effekten und Hall hinterlegt, um sie oberflächlich "voller" klingen zu lassen. In diesem Zusammenhang spricht man von "Überproduktion".
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Zudem gibt es seit den 90ern unter den Plattenfirmen die sogenannte "Loudness Race" (im folgenden fasse ich die unten angegebene Quelle mit dem Versuch einer verbesserten Verständlichkeit zusammen).
Jede CD hat eine bestimmte Grenze der Maximallautstärke, zu der sie bespielbar ist. Beispielsweise könnte man keine CD herstellen, die in einem auf Zimmerlautstärke aufgedrehter CD-Player superlaut ohne viel geknarze hörbar wäre. Falls nämlich eine bestimmte Grenze überschritten würde, entsteht ein sogenanntes "Clipping", ein unangenehmes, deutlich hörbares Verzerren des Sounds. Deshalb achten alle Produzenten von Alben seit jeher darauf, diese Grenze nicht zu überschreiten.
Dem Veständnis halber: Es geht hier ausdrücklich um die Lautstärke der CD an sich - nicht der in Kombination mit dem Abspielgerät. Eine vom "Clipping" befallene CD knarzt auch, wenn man die Lautsprecher dementsprechend leiser einstellt.
Da früher bei analogen Aufnahmen die Lautstärke der CDs stark schwankte, ließ man sich deshalb immer einen sogenannten "Headroom" von 12 Dezibel nach oben offen, also man stellte die "Grundlautstärke" der CD 12 dezibel unter dem erlaubten Maximum, damit kleine Ausreißer der Lautstärke kein Problem darstellen.
Mit Erfindung der digitalen Aufnahme war es nach einer Zeit hingegen möglich, mittels moderner Komprimierungsprogramme diese "Ausreißer-Wellen" nach unten zu korrigieren. Da dachte sich so mancher "schlaue Kopf" der Musikindustrie "Klasse! Wenn wir das einsetzen, wirken unsere CDs kraftvoller als die der Konkurrenz und wird mehr gekauft!". Die Labels versuchten sich von nun an, nach und nach mehr und mehr in Sachen Lautstärke zu überbieten, was den "Headroom" - also den Raum bis zur "Clipping-Grenze" - immer mehr verkleinerte und zu einem immer extremeren Einsatz dieser Programme führte. Während das am Anfang noch etwas zaghafter eingesetzt wurde, ist es mittlerweile insbesondere bei Mainstream-Produktionen sehr weit verbreitet.
Achtet mal darauf, wenn ihr eine ältere CD von vor 1980 einlegt, und anschließend eine aktuellere! Der Unterschied ist immens.
Das Problem dabei ist nur, dass durch diese Komprimierung der Wellen das ganze Album "glatter" und unnatürlicher klingt. Zwar fällt das nicht in jedem Fall auf (und bei günstigen Anlagen/Kopfhörern sowieso nicht), allerdings ist es schon ganz schön dreist, bewusst einen "Täuschungseffekt" zu Lasten der Soundqualität zu machen.
Falls ihr also in Zukunft mal eine CD hört und denkt "Geil, schön laut! Tolle Produktion!", denkt daran, dass das auch über den Lautstärkeregler eurer Lautsprecher erreichbar ist - und es sich dabei nur um einen Trick der Labels handelt.
Ein schönes grafisches Beispiel dafür findet sich auf der (Links können nur von angemeldeten Benutzern aufgerufen werden.
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<< Ein Song von Abba in der Original-Version von 1983

<< Eine "Remastered" Version eines Songs von Abba von 2005

<< Die "Remastered" Version des Abba-Songs von 2005 bei gleicher Lautstärke wie beim Original 1983
Quelle: (Links können nur von angemeldeten Benutzern aufgerufen werden.
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Beispiele für Alben, wo es imo mit dem Mastering mehr als übertrieben wurde:
Green Day - American Idiot (gilt btw aber weniger für die älteren Alben)
Children of Bodom - Are you dead yet?
Hoobastank - The Reason
Lostprophets - Start Something
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Wie sieht eure Meinung dazu aus?
Mögt ihr hörbar "produzierte" Alben lieber als alte, eher roh klingende Aufnahmen?
Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Watchful_Eye« (14. November 2007, 03:25)