Cosmic Gate - Earth Mover
Bossi & Nic Chagall, besser bekannt als Cosmic Gate, sind mit ihrem dritten Longplayer zurück. Vier Jahre hat es gedauert, doch in dieser langen Zeit hat sich viel getan. Der Sound reifer, unkommerzieller und fesselnder als zuvor.
Das Album fängt mit einer deepen Bassline an, doch er zeigt schon in welchem Tempo sich das Album bewegt. "A Mile In My Shoes" wird von einem der zahlreichen Featurings begleitet. Hier gibt sich Sir Adrian die Ehre und verpasst dem Song unaufdringliche Textzeilen.
Das nächste Featuring lässt nicht auf sich warten. Bei "I Feel Wonderful" ist Jan Johnston zu hören, die schon zuvor mit Cosmic Gate gearbeitet hat. Der Song selbst geht in eine ähnliche Richtung wie die Nummer davor, wobei die Bassline hier eher knarzig ist. Die Strings erzeugen eine dichte Atmosphäre die den Track düster klingen lässt.
"Element Of Life" wirkt anfangs etwas unbeholfen. Techige Klänge mit, doch dann eine Melodie mit Gefühl. Das in einem recht langen Break, bis es dann wieder techig wird. Am Ende ist es dann doch etwas entäuschend, weil eher weniger passiert.
Die Nummer 4 "Should Have Known", mit Tiff Lacey, fängt Temporeich an. Die Bässe sind tief & wabbernd. Schöne Sounds runden das Gesamtbild ab, die neben einer wunderbaren Melodie und Stimme zu hören sind. Gute Wahl für die erste Single.
Die zweite Single, kürzlich erschienen, heißt "Analog Feel" und ist eine drückende Tech-Trance Nummer. Es passiert wirklich nicht allzu viel und trotzdem begeistert dieser Track. Insgesamt ist alles ziemlich einfach geraten. Die Melodie ist gelungen, bietet aber eigentlich nichts besonderes. Der Spannungsaufbau danach ist aber grandios. Danach geht es wieder mit drückendem Bass weiter, begleitet von Sounds die irgendwie schon wieder nach einer eigenen Melodie klingen.
Der Song danach hört sich im Gegensatz sogar wie eine recht normale Trancenummer an, aber wäre da nicht Roxanne Emery die dem ganzen ihre Stimme leiht. Die Vocals sind gelungen und der Wiedererkennungswert ist hoch!
"Bilingual" ist schon ein etwas älterer Track von Nic & Bossi, doch auf dem Album in einem speziellen Break Beat Edit zu finden. Das ist zuerst recht techig, doch im Break dann diese unverwechselbaren Pianosounds. Dazu dann noch flächige Strings die alles abrunden. Wohl eines ihrer besten Werke.
Bei "Guess Who?" hat Wippenberg mitgewirkt. Abgehackte Vocals, ein etwas electroider Sound, knarzige Bassline und eine klimpernde Melodie. Es harmoniert prima miteinander.
Der Song danach ist gegen den Rest nicht besonders toll. Alexander Perls bietet unspannende Vocals und auch die Melodie ist auch nicht so besonders ausgefallen. Das ist zu Standart und geht zu Recht zwischen den ganzen anderen guten Songs unter.
"Consciousness" macht Tempo, ist techig, hat 'nen wabbernder Bass und Percussions. Dazu noch eine Melodie die eigentlich nur aus zwei bis drei Tönen besteht, aber das merkt man irgendwie gar nicht. Das Stück ist wirklich zum Feiern gemacht.
Bei "Earth Mover" sind die Percussions sind anfangs weit im Vordergrund. Die Melodie wird durchgehend angedeutet und entfaltet sich dann im Break vollständig. Diese kann man dann auch noch etwas länger hören, doch da sie wirklich etwas länger ist, ist das kein Problem.
Jan Johnston ist auch auf "This Is The Party" vertreten. Der Song ist schnell, der Break kommt dennoch auch schnell. Ein paar Vocals, alles drumrum eher still und dann ein Crash. Die Melodie. Einfach super! Doch leider machen die Vocals alles etwas kaputt. Insgesamt macht das dann eher einen zwiespaltigen Eindruck. Falls es zu einem Release als Single kommen sollte, dann wäre ein ein Dub Mix angebracht.
Der finale Track ist nicht weniger spannend als die Tracks davor. Er ist kurz, energiegeladen und hat eine rollende Bassline die es in sich hat. Die Melodie verbreitet eine düstere Stimmung und zugleich hat sie dieses hoffnungsvolle in sich. Trance zum Wegfliegen!
Mein Eindruck vom Album ist sehr positiv. Es ist zwar ziemlich techig, aber dafür wissen die beiden wie sie das gut machen. Man merkt die Bassline war immer sehr wichtig. Mal deep, mal wuchtig und sogar schon fast flächig.
Insgesamt ist es ein Album das man sich als Trancehörer unbedingt anhören sollte. Ob andere daran Freude haben werden sei hingestellt.
Mit 13 Tracks und einer Spiellänge von einer Stunde und zwanzig Minuten ist da auch einiges zusammen gekommen. Man kann sich also auf ein etwas längeres Hörvergnügen einstellen.
Cosmic Gate gehen einen Schritt nach vorne und sind auf dem besten Wege nach oben. Daumen hoch!
Tracklist:
01 - A Mile In My Shoes (Feat. Sir Adrian)
02 - I Feel Wonderful (Feat. Jan Johnston)
03 - Element Of Life
04 - Should Have Known (Feat. Jan Johnston)
05 - Analog Feel
06 - A Day That Fades (Feat. Roxanne Emery)
07 - Bilingual (Break Beat Edit)
08 - Guess Who? (Feat. Wippenberg)
09 - Race Car Driver (Paddock Club Edit)
10 - Consciousness
11 - Earth Mover
12 - This Is The Party (Feat. Jan Johnston)
13 - Ultra Curve