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Zum Ende der Seite springen Adelbert von Deyen
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Adelbert von Deyen Adelbert von Deyen ist männlich
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Adelbert von Deyen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Von 1978 bis 1987 habe ich 9 Alben mit elektronischer Musik
auf dem Sky-Label veröffentlicht. Aus persönlichen Gründen
zog ich mich dann aus der Szene zurück und arbeitete fortan
als Kunstmaler und Graphiker (bis heute).
Ein schwerer Schicksalsschlag bewog mich Anfang 2006, diesen
musikalisch zu verarbeiten. So entstand fast 20 Jahre nach meiner
letzten Produktion "Dreamdancer" das Album "Painted Black".
Meinem Stil bin ich treu geblieben; man hört also den typischen
"von Deyen - Sound" der 80er Jahre. Die 10 Titel der CD sind
allerdings bunt gemischt: mal lebensfroh und heiter (Gonnemeise,
Greek Salad), mal traurig und melancholisch (Summer Elegy,
Tears Of A Clown) - wie das Leben nun mal ist.
Im Mai 2007 erschien dann unter Mitwirkung von Henrik Petersen
(E-Gitarre) und Stefanie Kahl (Vocals) die neue CD "Rosegarden" -
rhythmusbetonter, sphärischer und zugleich kraftvoller Elektronik-
Rock mit psychedelischem Einfluß.
In der Diskographie meiner Website www.adelbert-von-deyen.de
kann man die beiden Alben probehören. MfG Adelbert von Deyen

DISKOGRAPHIE
1978 - Sternzeit (LP)
1979 - Nordborg (LP)
1980 - Atmosphere (LP/CD)
1981 - Eclipse (LP)
1982 - Planetary (LP)
1983 - Inventions (mit Dieter Schütz, LP)
1984 - Live (LP)
1985 - Impressions (LP)
1987 - Dreamdancer (LP)
1992 - Sunset (The Best Of AvD, CD)
2004 - Nightflight (DejaVue, mit Dieter Schütz & Ulla Witt, CD)
2006 - Painted Black (CD)
2007 - Rosegarden (mit Henrik Petersen & Stefanie Kahl, CD)

WikipediaVita: http://de.wikipedia.org/wiki/Adelbert_von_Deyen



__________________
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http://www.adelbert-von-deyen.de

Dieser Beitrag wurde 9 mal editiert, zum letzten Mal von Adelbert von Deyen: 03.03.2008 19:31.

12.07.2006 17:37 Adelbert von Deyen ist offline Beiträge von Adelbert von Deyen suchen Nehmen Sie Adelbert von Deyen in Ihre Freundesliste auf
Adelbert von Deyen Adelbert von Deyen ist männlich
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Themenstarter Thema begonnen von Adelbert von Deyen


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Adelbert von Deyen - BILDER MEINES LEBENS - Autobiographie

3. Kapitel: Musik liegt in der Luft (Gekürzte Fassung)

... Mein Freund Dieter Schütz hatte sich inzwischen ein kleines Musikstudio eingerichtet, bestückt mit allen möglichen Instrumenten und Geräten. Hier experimentierte und komponierte er, alles auf Tonband aufnehmend. Neben der Klassik war er stark beeinflußt von Gruppen wie Moody Blues, Genesis und Pink Floyd. Gelegentlich malte er seine surrealistisch anmutenden Aquarelle, zumeist Traumlandschaften, die visuell gut zu seiner warmherzigen Musik paßten.
Während meiner Zeit als Soldat kamen wir zu unseren sporadischen „Sessions“ zusammen. Dieter zeigte mir die Akkorde sowie den einen oder anderen Trick. Etwas Harmonielehre, Dur und Moll waren auch dabei und bald war ich in der Lage, meine eigene elektronische Musik zu produzieren.
1977, den ungeliebten Kommiß hinter mir, verschlug es mich beruflich nach Lübeck. Hier mietete ich mich in eine kleine und gemütliche Altbau-Mansardenwohnung ein. Um den Feierabend sinnvoll zu nutzen (abends um die Häuser ziehen war nie mein Ding), kaufte ich mir endlich einen gebrauchten Synthesizer, mehrere elektronische Tasteninstrumente sowie eine Tonbandmaschine und noch ein paar Kleinigkeiten, die man zum Musikmachen so braucht. Wo das Geld nicht reichte, half die Bank. Tagsüber arbeitete ich als Retuscheur bei den Lübecker Nachrichten, abends komponierte ich meine elektronischen Sphärenklänge, oft bis tief in die Nacht hinein. So manchen Morgen erschien ich vollkommen ausgebrannt und übernächtigt zu spät an meinem Arbeitsplatz, was mir sehr peinlich war. Bei meinem Abteilungsleiter hatte ich aber anscheinend einen Stein im Brett, er war mir gegenüber immer sehr großzügig und nachsichtig.
Nach etwa acht Monaten hatte ich die ersten Kompositionen fertiggestellt. Ich schickte Tonbandkopien an mehrere Plattenfirmen mit der Bewerbung um einen Vertrag und hatte sofort Glück: Die Hamburger Firma „sky-records“ (bei der Dieter später auch unterkam) bekundete Interesse an meiner Musik, und 1978 wurde meine erste Schallplatte unter dem Titel „Sternzeit“ in einem von mir selbst gemalten Cover weltweit veröffentlicht. Was war ich stolz!
In Lübeck schlug die Nachricht ein wie eine Bombe. Es fand eine Pressekonferenz mit Autogrammstunde statt, im Pressezentrum sogar eine LP-Signierstunde. In allen Lübecker Musikgeschäften lag die Platte aus, allein hier wurden innerhalb eines Jahres etwa tausend Exemplare verkauft! Große bebilderte Zeitungsartikel beschäftigten sich mit dem jungen Nachwuchsmusiker, der jetzt in der altehrwürdigen Stadt „bekannt war wie ein bunter Hund“ (Pressetext). Die Stadthalle verhandelte mit mir über ein Konzert, welches dann auch zustande kam, jedoch in ein Lübecker Kino verlegt wurde. Es war brechend voll. Parallel zur Musik flimmerte ein Film mit einem Weltraum-Szenario über die Leinwand.
Ich kündigte meine Stellung bei den Lübecker Nachrichten, um Berufsmusiker zu werden und zog in ein Bauernhaus an die Ostsee nahe Flensburg. Die „Sternzeit“-LP hatte mir einiges Geld eingebracht, so daß ich die Zeit bis zur nächsten Langspielplatte finanziell sorglos überbrücken konnte.
1979 erschien mein zweites Album unter dem Titel „Nordborg“. Es hatte thematisch die Schneekatastrophe zum Inhalt, die ich mit Freunden während eines Kurzurlaubs zum Jahreswechsel 1978/79 in Nordborg auf der dänischen Insel Alsen erlebte. Die Platte wurde als „Meditation einer Schneelandschaft“ vermarktet und war in ihrem Stil dem Vorgänger ähnlich. Das Cover hatte ich erneut mit einer surrealistischen Airbrush-Illustration gestaltet.
Im darauffolgenden Jahr experimentierte ich mit meinen Synthesizern und suchte neue Klänge. Der technische Aufwand war immens. Sogar einen E-Gitarristen und einen Schlagzeuger hatte ich engagiert. Auch Großmutters alte Violine kam, von mir gespielt, zum Einsatz. Dann endlich die Anfertigung des Masterbandes und der letzte Schliff in einem professionellen Hamburger Tonstudio. Weit über tausend Stunden Zeit und eine nicht unerhebliche Summe Geldes hatte ich in die Produktion meines Albums „Atmosphere“ investiert, nicht ahnend, daß es mein bestes und erfolgreichstes werden sollte. Später wurde es dann noch einmal als CD aufgelegt. Der bekannte Schweizer Surrealist Urs Amann stellte ein zur Musik thematisch passendes Ölbild für die Plattenhülle zur Verfügung: In ockerbraunen Farbtönen geht eine riesige, nebelschleierverhangene Sonne über dem Meer auf, an dessen Strand einsam und verlassen ein Boot liegt. Die Reaktionen auf dieses Opus waren äußerst heftig und durchweg positiv, besonders im Ausland. Der von dem Album für mehrere LP/CD-Sampler ausgekoppelte Titel „Time Machine“ wurde sogar ein Instrumental-Hit, der sich rund fünfzigtausend mal verkaufte!
Als Solist wagte ich mich gelegentlich auch auf die Bühne. Ich hatte mir neben meinem bereits vorhandenen umfangreichen Instrumentarium eine komplette Lautsprecheranlage zugelegt und war somit in der Lage, Konzerte zu bestreiten. Tourneen führten mich von 1978 bis 1984 kreuz und quer durch Westdeutschland bis hin nach Heidelberg am Neckar und Hof in Bayern.
Der Ablauf eines Konzerts fand im Teilplayback-Verfahren statt. Ich saß im Schneidersitz auf der Bühne mit dem Rücken zum Publikum, um mich herum die verschiedenen Tasteninstrumente. Wichtige Teile der Musik wie Akkorde, Rhythmen und Naturgeräusche waren auf einem Tonband gespeichert, das, sichtbar auf der Bühne plaziert, ablief. Zu diesem „Orchester“ spielte ich dann auf dem jeweiligen Instrument ein Solo. Oder ich spielte auf der Gitarre und sang zum Playback. Auch war genügend Raum für Improvisationen im Programmablauf vorgesehen. Visuell kamen neben Lichteffekten auch Film-Sequenzen, Dias und Trockeneis-Nebel zum Einsatz.
Dieter hatte inzwischen seine erste Langspielplatte auf dem „IC“- Label des berühmten deutschen Elektronik-Komponisten Klaus Schulze veröffentlicht. Fortan waren wir Künstlerkollegen wieder im Einklang. Die Freundschaft harmonierte besser als je zuvor, und so mancher Flasche Wein wurde während unserer Zusammenkünfte der Hals gebrochen.
Gemeinsam produzierten wir dann 1983 die Instrumental-LP „Inventions“, wobei Dieter das weitaus meiste Material einbrachte. „Kleine Perlen“ nannte er die einzelnen Stücke, und das war richtig gesagt. Leider fand dieses meiner Meinung nach sehr gelungene und interessante Album nicht die Resonanz, die es verdient hätte. Was wohl hauptsächlich an der Plattenfirma lag, die sich zu wenig für den von uns erhofften Erfolg einsetzte. Vielleicht war die Scheibe auch nicht zeitgemäß genug. Schöne Solo-Produktionen von Dieter wurden dann in den folgenden Jahren auf dem sky-Label veröffentlicht. Er hat die Musik übrigens nie professionell ausgeübt und immer in seinem erlernten Beruf gearbeitet, bar jeglicher materieller Sorgen.
1983/84. Der Musikgeschmack hatte sich verändert, Techno-Musik war jetzt modern.
Die Plattenumsätze brachen dramatisch ein, meine Finanzen ebenso und ich sah mich bald gezwungen, mein Brot auf andere Weise zu verdienen. Da der Beruf des Retuscheurs zwischenzeitlich wegrationalisiert worden war, schulte ich zum Farbenlithographen um und übte diese Tätigkeit bis 1992 aus.
Ich arbeitete also wieder in einem „Brotberuf“ als Lithograph und musizierte nebenher in meiner Freizeit, allerdings nur gelegentlich und mit stark abnehmendem Interesse. Ich trennte mich von einigen Instrumenten und war dabei, meine musikalische Laufbahn zu beenden. 1987 erschien dann mein (vorläufig) letztes Album, und selbstironisch betitelte ich es mit „Dreamdancer“ (Traumtänzer).
Zu dieser Zeit hatte man den „Sampler“ erfunden, ein Tasteninstrument, das, mit Disketten gefüttert, alle nur erdenklichen Töne erzeugen kann. Dieter hatte sich so eine Zauberkiste angeschafft und so lag es auf der Hand, daß eine erneute Zusammenarbeit stattfinden mußte.
Jeden Sonntag besuchte ich ihn nun in seinem Heimstudio in Siegum bei Munkbrarup, wo er inzwischen wohnte. Mehr zum Spaß komponierten und texteten wir Rocksongs, woraus sich jedoch schnell ein Konzept entwickelte. Zusammen mit Dieters Lebensgefährtin Ulla als Sängerin gründeten wir das Trio „Déjà Vue“. Es entstanden ein paar ausgesprochen schöne, zum Teil melancholische Lieder. Die meisten davon stammten aus Dieters Feder; er hatte mal wieder einen Höhenflug. So etwas wie Veränderung lag in der Luft, jedoch leider zum Negativen. Wir schickten Demobänder mit unserer Musik an mehrere Plattenfirmen und träumten von einer Karriere, aber das Schicksal machte uns einen dicken Strich durch die Rechnung.
Als ich am späten Abend des 26. September 1991 aus einem Griechenland-Urlaub zurückkehrte erhielt ich die traurige Mitteilung, daß Dieter Schütz am Tag zuvor während eines heftigen Fieberanfalls im Alter von nur 36 Jahren gestorben war. Ursache hierfür war ein aus seiner Kindheit verschlepptes Leberleiden. Die Ärzte und am wenigsten er selbst wußten nicht, wie schwerkrank er all die Jahre war. Ich weilte in den Stunden seines Todes nichtsahnend auf Rhodos und betrachtete den Sonnenuntergang.
Tränen liefen mir übers Gesicht, der herzensgute Mensch und Freund war mir genommen. Herausgerissen aus frohem Schaffen, ein angefangenes oder halbfertiges künstlerisches Lebenswerk hinterlassend. Ich habe seinen Tod bis heute nicht überwunden, er hat eine tiefe Lücke in mein Leben gerissen.

Aus dem Buch
"ADELBERT VON DEYEN - BILDER MEINES LEBENS
Autobiographie und Werkschau eines Künstlermenschen"
Erstveröffentlichung 2003 / Copyright Adelbert von Deyen
Ungekürzte Originalfassung unter
http://de.artring.net/kunstforum/viewtopic.php?id=1618&p=1


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Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Adelbert von Deyen: 11.04.2007 12:53.

22.02.2007 18:37 Adelbert von Deyen ist offline Beiträge von Adelbert von Deyen suchen Nehmen Sie Adelbert von Deyen in Ihre Freundesliste auf
Kebabladen Kebabladen ist männlich
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Sehr gut geschrieben und vor allem Spannend und Mitreißend / traurig zugleich.

HUT AB!!!!!

Greetz

PS: Hatte früher keine Zeit gefunden, es zu lesen...

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01.08.2007 19:07 Kebabladen ist offline Beiträge von Kebabladen suchen Nehmen Sie Kebabladen in Ihre Freundesliste auf MSN Passport-Profil von Kebabladen anzeigen
Tommyspirit Tommyspirit ist männlich


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Guter Charakter und Lebenserfahrung spiegeln sich in Autobiographie, Deiner Musik und Deinen Bildern wieder.
Lass dich nicht unterkriegen, auch wenn's im Leben mal nicht so läuft.
Du hast immer an Deinen Traum, als Künstler die Welt ein bisschen schöner zu machen, festgehalten und der Erfolg gab Dir Recht.
Zusammen mit Menschen, die an Dich glauben.

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I got some friends inside.
(Jim Morrison)

---------------------------------------------------------------------------
-------------------------------------- The spirit --------------
01.08.2007 20:04 Tommyspirit ist offline Beiträge von Tommyspirit suchen Nehmen Sie Tommyspirit in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie Tommyspirit in Ihre Kontaktliste ein
Adelbert von Deyen Adelbert von Deyen ist männlich
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@Kebab&Tommy: Herzlichen Dank für euren Kommentar!


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