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Horslips - Happy to meet, Sorry to part
Wie definiert man eigentlich "gute Musik"? Welche Elemente / Instrumente müssen vorhanden sein, damit bei dir dieser Kick ausgelöst wird. Wenn Du dieses Forum intensiv studierst, kannst Du es in dem einen oder anderen Thread nachlesen oder selbst etwas dazu schreiben.
Heute möchte ich euch ein Werk vorstellen, das all die Elemente beinhaltet, was gute Musik für mich ausmacht.
Die 1972 erschienende "Happy to meet, Sorry to part" von der irischen Folk Progressive Rock Band
"Horslips"
Happy to meet
das kurze fröhliche intro mit Querflöte, Mandoline, Fiedel und das etwas später einsetzende Bodhran versetzen dich direkt auf einen irischen Marktplatz um 1865.
Hall of mirrors
Zeitreise - die Zeiger deiner Uhr drehen sich schnell und du befindest dich plötzlich auf einer Wiese mit hundertundeiner Wildblume dessen Düfte dich sanft in eine andere Dimension hinübergleiten lassen. Dazu spielt das Keyboard eine liebliche Melodie die schlagartig vom harten scheppern des Schlagzeugs unterbrochen wird, Kelten und Druiden erwachen, brachialer Gitarrensound eingelegt in sich abwechselnde Tempi in vorzüglicher Progressivmanier.
The Clergy's lamentation
Bittersüßes Gitarre und sphärische Keyboardklänge, Anfangs ruhig, später setzt es eine aggressive Querflöte zum Bass und dem Bodhran. Tempowechsel - mystischer Instrumentenzauber, einsetzender leichter Trommelwirbel,später langsamer werdend und ganz erlöschend, dazu kurze Wah Wah Einsätze.
Dann erscheint eine Fee die im gleißendem Licht zu mir herüberschwebt.
An bratach ban
Bassgitarre, sehr sensibel, vermischt mit Mandoline, Fiedel und kauzigem Gesang. Das Schlagzeug und die Perkussions laden dich zum Tanzen mit einer rothaarigen Schönheit im Pub zum Guinness ein.
The shamrock shore
Langsamer Blues - ihre wunderschönen grünen Augen entführen mich in saftige Wälder. Du liegst mit ihr auf moosbedecktem Boden - die Sonne blinzelt durch borkige Zweige - Keyboard, sanft einsetzende Gitarre gespielt mit bottleneck, 2 Vagabunden,einer mit Dudelsack erscheinen aus dem nichts ( erinnern mich sehr an Stills und Nash) und Singen ihre Waise über das Leid der jungen Prinzessin.
Flower among them all
Du setzt deinen Wg fort bis zum Schloß und im Saal empfängt dich ein Gefühl von Querflöte, Bass und Perkussions mit einer Melodie, die von Leid und Hoffnung erzählt.
bim istigh ag ol
Weiße Tauben flattern zum Turm, Querflöte und Perkussions begleiten sie und verhallen im Westwind. Vorbei ist die Romantik - Hartes temporeiches Schlagzeug synchron mit E-Gitarre, Bass und Querflöte, ähnlich wie bei Hall of mirrors, steigern sich bis hin zum Ende - ein Stoß, du fällst den Turm hinunter...
Furniture
Ein Traum - du wachst auf und meinst, du seist auf Yasgur's Farm, denn dieses Stück erinnert dich doch sehr an "Wooden Ships" doch als du am Ende einen Dudelsack hörst, weißt du wieder wo du bist, nämlich in Irland...
Ace and Deuce
Fiedel, Gitarre mit einem Chord, der von Sehnsucht und Liebe erzählt mit im Wechsel zu mittelalterlichen Klängen und behutsam eingespielten Perkussions lassen dich über die rauhe, irische See gleiten.
Dance to yer Daddy
Es empfangen Dich ein Fiddler, ein Trommler und ein Duett ausgeflippter, keltischer Soldaten laden Dich zum Schunkeln ein. Du folgst ihnen in Begleitung von Querflöten, Gitarren, die von irgendwo her klingen, bis in die nächste Stadt.
High reel
Hier ist Party angesagt: ausgelassene Stimmung, Wildschwein am Spieß, das Guinness fließt in Strömen. Gaukler und Spielmannszüge haben sich niedergelassen und spielen auf, mit ihren, hier schon allseits bekannten Instrumenten.
Scalloway ripoff / The musical priest
Szenenwechsel - Wah Wah Gitarre, behutsam einsetzendes Schlagzeug, Keyboard verschmelzen zu einem
Punch aus Progressive Rock und irischer Folklore, der kurz eingesetzte Faser und die wohldosierten Tempiwechsel tragen ihren Anteil dazu bei.
Sorry to part
Nach durchzechter Nacht findest du dich im Kerker wieder. Als die ersten Sonnenstrahlen dich wecken, hörst du den Spielmannszug, der am Fenster vorbeizieht und dir dein outro, ähnlich wie beim intro "happy to meet" gibt, dich damit aus diesen Traum entlässt.
Fazit:
Eine Feuerwerk irischer Folklore verknüpft mit rockig progressiven und teilweise auf mich psychedelisch wirkenden Elementen - abwechslungsreich in melodic und Stimmungen. und damit ein "Muss" für meinen Plattensammlung.
Dabei seit: 24.04.2008
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Wohnort: Weiskirchen
Hey. Ich finde dein Rewiev toll. Die Art wie du es geschrieben hat kommt schon allein gut rüber. Ich denke auch die Beschreibung, wie die Lieder sind passt.
Dass du auch immer die vorhandenen Instrumente aufzählst und beschreibst, welches Gefühl man hat, oder was es zu bedeuten hat, bekommst du wirklich toll hin.
Mal abgesehen davon, dass ich die Musik vielleicht nicht mag, werde ich sie mir mal antun. Einfach als Anerkennung, dass sich hier jemand Mühe gegeben hat.