Ich habe es vielleicht nicht deutlich genug gesagt, aber ich will der Band nicht die Möglichkeit absprechen sich - in welche muskalische Richtung auch immer - weiterzuentwickeln. Meinetwegen hätten sie auch Glamourrock werden können.
Meine Kritik entspringt viel mehr den Inhalten ihrer Texte. Die "Metalisierung" der Totenmondschen Texte ist das, was mich enttäuscht. Gab es auf dem (textlich gesehen das stärkste) Album "Reich in Rost" Zeilen zu hören wie:
"Schlafloser Kaiser im Blumenfeld
Weltinfarkt.
Straßenlärmpoesie geißelt das Volk im Tackt"
ODER
"schmeckt die Heimat nach Verrat oder Edelweis,
volksamkeit als Leitbild im nationalen Kreis"
ODER
"Das kann doch nicht für immer sein,
der Schrei nach Manipulationen.
Der Übermensch in Überzahl,
Ein hoch der Kastration...."
ODER
"Von Membranen zerteilt,
in alle Winde.
Selbstgespräch Reklametrubel
unbehelligt heimatlos
bewusstlos kriecht das Zungenende
als Freiwild im Kasernenhof"
Natürlich gab es auch schon auf den früheren Alben Texte die sich nicht sosehr mit Geschichte, Politik oder einfach dem Leben beschäftigen. Klar. Aber die standen auch nie im Mittelpunkt der Alben.
Heutzutage - und das meine ich mit dem Verlust von Niveau - beschäftigen sich die Texte von Totenmond mit Sachen wie:
"Maul auf dein Weib
Gähnender Sarg
Blutschwatzend geil
Der Kieferzwang"
ODER
siehe anderen Beitrag Sonnenstrahl.
Ich empfinde das schon als bedeutsamen Bruch. Und ich betone nochmal, dass ich ihn nicht auf musikalischer Ebene, sondern auf textlicher Ebene empfinde.
Zitat:
Aus welchem Grund erscheint Dir das Genre des Metals suspekt und warum verurteilst Du die Band, nur weil sie sich einem stilistisch breiter gefächerten Genre zugewand haben, als das doch sehr eng limitierte Punk Geschrammel der Anfangstage?
Warum mir Metal suspekt ist? Ich kann mit den Texten nicht viel anfangen. Ständig dieses "Gesinge" von Tod und Teufel, Gott und Kirche, Blut und Folter. Das ist es was mich stört. Ich will nicht leugnen, dass es diese Sinnlostexte auch in anderen Musikrichtungen gibt. Die Psychobillyfreunde unter uns werden sich bestimmt an Monster aus dem Weltraum und Zombies erinnert fühlen. Aber die spielen etwas gekonnter mit der Splatterromantik als das (und an dieser Stelle pauschalisiere ich absichtlich) die Metaller tun.
Auf den anderen Einwand von dir möchte ich wie folgt eingehen. Totenmond haben - außer auf ihrem Coveralbum Auf dem Mond ein Feuer - nie limitiertes Punkgeschrammel veröffentlicht. Das ist es ja was diese Band so attraktive machte und noch macht.
Zitat:
Dieses Schwarz/Weiß-Denken der Punk Anhängerschaft, gegen welche ich mich als Metaller immer rechtfertigen musste in Vergangenheit, regt mich extremst auf.
Vielleicht liegt das ja an dem von mir Beschriebenen Vorgang, der nun leider auch Totenmond betrifft.
Zitat:
Totenmond sind nun also scheiße, weil sie anstelle von Punk Metal machen. Aha.
Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends.
Original von mindless
eeehm... *garde voll nicht mitkomm* was solls
da das Thema "Filmzitate raten" heißt nehme ich einfach mal an, dass ich ein Filmzitat reinstellen soll und die anderen Menschen erraten sollen aus welchem Film er kommt.
"Oh das wird super! Wir bleiben die ganze nacht auf, erzählen uns Männergeschichten, und morgen früh mach ich uns WAFFELN."
Eigentlich ist ja Fifrenzy dran. Er hat schließlich richtig getippt. Aber was solls. Du musst schon ein paar posts vorher beginnen zu lesen. Aber ich mach das auch fast nie. Ist hoffentlich nicht so schlimm.
Nun zu deinem Zitat. GAAAANZ einfach.
ES stammt aus dem Film Shrek. Der erste von allen drei Teilen.
Ich grabe diesen Thread mal aus um auf zwei sachen hinzuweisen die mir auf der Seele liegen.
1. Das neue Album von Totenmond ist draußen.
2. Ich bin am verzweifeln.
Zu zweitens gebe ich folgende Erklärung:
Ich kenne Totenmond schon eine halbe Ewigkeit. Um genau zu sein seit dem ersten Album Lichtbringer. Mich hat diese deutsche Band von Beginn an fasziniert. Einerseits wegen der rohen und nicht recht einordenbaren musikalischen Gestaltung andererseits wegen der Texte.
Die Texte des Masterminds Pazzer gaben mir immer wieder Stunden der gedanklichen Interpretation, die ich wunderbar mit eigenen Anschauungen verbinden konnte und auf diese Weise auch akzeptabel fand.
Seit jeher sympathisiere ich mit der Musikrichtung Punk. Und ich verband Totenmond bis zu dem Album Unter Knochen mit Punk. Doch von diesem Album an rutschte die Band in das mir zeitweise sehr suspekte Metalgenre ab. Die Musik wurde metalliger und weniger roh. Die Texte wurden in meinen Augen immer flacher. Und dieser Entwicklung setzt das aktuelle Album echt die Krone auf. Vor allem der Song Sonnenstrahl. Er spielt zwar wunderbar mit Metaphern und Bildern - aber auf welchem Niveau?
Beispiel der Song "Sonnenstrahl"
Auszug:
Das Urinieren der Frau ist die Geburt meiner Erektion...
Und weiter untern heißt es:
Frau schluck...
Frau schluck...
Da kann ich leider nur mit dem Kopf schütteln.
Ich habe Totenmond über die Zeit auch des öfteren auf Konzerten besucht. Anfangs gab es ein sehr gemischtes Publikum. Doch im Laufe der Zeit wurde es immer homogener. Nur noch Mettler. Ich habe ja nichts gegen diese Musikfans. Aber die fanden die in meinen Augen schwachen Songs immer total geil und flippten auf den Konzerten total aus. Habe ich da irgentwas verpasst? Welcher geistige Baustein fehlt mir, der scheinbar in allen Metallerköpfen vorhanden ist? Oder werde ich einfach nur alt?
Schade finde ich es - um auf meinen Ausgangspunkt zurückzukommen - dass sich die von mir so sehr geschätzte Band Totenmond in diese Richtung entwickelt. Dafür habe ich kein Verständnis und verspreche hiermit hoch und heilig, dass ich mir keine der kommenden platten mehr kaufen werde ohne sie vorher angehört zu haben. Es sei denn, jemand schaft es, mir die Welt von Totenmond zu erklären. Bitte macht den Versuch.
Ich habe vor einiger Zeit den gleichnamigen Roman von Philip Roth gelesen. Dieses Buch hat mich richtig begeistert. Daraufhin habe ich mir alle anderen gekauft und auch gelesen. Mein Mann der Kommunist ist bisher mein definitiver Favorit. Ich kann diesen Autor wirklich jedem ans Herz legen.