Moin! Weil die Band recht unbekannt ist aber ein super Debüt abgeliefert hat, hier ein kleiner Text.
Dass die beiden holländischen Protagonisten, die sich „The Death Letters“ nennen und um die es nun gehen wird, erst 17 und 18 Jahre alt sind, mag nicht ausreichend entzückend sein, um Aufmerksamkeit zu erregen. Dass die beiden allerdings ein Debüt veröffentlicht haben, das mit seinen Referenzen auf Led Zeppelin, White Stripes und die Red Hot Chili Peppers staunend zurück lässt, das sollte Grund genug sein, um genauer hinzuhören.
Die Fakten zuerst: The Death Letters sind wirklich nur zu zweit – dass das funktionieren kann, haben uns ja schon die White Stripes gezeigt. Victor Brandt und Jordi Duende Ariza Lora - beide entstammen einem kleinen Ort namens Dordrecht bei Rotterdam - bedienen sich dann auch der gleichen Instrumente wie Jack und Meg White. Brandt trommelt, Lorda singt und zupft die Gitarre. Und dass es mehr in der Tat nicht braucht, beweist jeder einzelne Song auf der nun erschienenen CD, die ruhig noch als Geheimtipp gehandelt werden darf.
Allerdings: Was da mit dem Opener „An Ache in my Brain“ auf den Hörer hereinprasselt, ist in seiner knalligen Simplizität nicht stellvertretend für das Album zu verstehen. Entleihen sich die Holländer hier noch Beat und Riffs dessen, was man gemeinhin „Punk“ nennt und blitzt hier nur ganz kurz die Spiel- und vor allem auch Gesangsfreude durch, die ab „Future Visitors“ einige Gänge hoch schaltet, macht sich während der nächsten 45 Minuten, die „The Death Letters“ durch die Boxen schallt, der Verdacht breit, dass die Jungs sich ihr Vorbilder ganz genau angehört haben.
Übernommen haben sie dabei nicht nur den Bandnamen aus den Tiefen der Blues-Geschichte. „Death Letter“ nennt sich etwa ein Track von Son House, jenem US-Blues-Veteran, den die Jungs auch auf ihrer myspace-Seite als Einfluss genannt haben. Und eben jener Blues zieht sich dann auch durch fast alle Songs der LP. Besonders überzeugend ist hierbei, dass Lora und Brandt so derartig kaltschnäuzig an die Sache herangehen und alle Stilrichtungen, von Rock bis Grunge, Punk und eben dem Blues, zu einem wohlschmeckenden Eintopf verrühren, dass man ihnen den Greenhorn-Status, den sie mit Sicherheit noch genießen, gar nicht glauben will.
Nein, man mag sie eigentlich auch gar nicht als solche betiteln, denn was sie mit diesem Debüt anrichten, wird The Death Letters nicht nur diesen Herbst über die Grenzen Rotterdams hinweg in die holländischen Nachbarländer bringen. Von diesen Jungs werden wir mit Sicherheit noch mehr hören.
Bewertung: 4/5
Highlights: Easy Moments (and) Obsession, Fading Light, The Mirror, I’m a Time Bomb, Schizophrenic
Lowlights: An Ache in my Brain
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